Schallplatte

Wie aus Rillen in Vinyl wieder Musik wird

Eine Schallplatte ist im Grunde ein eingefrorenes Schallsignal. Die Musik steckt in einer spiralförmigen Rille, die von außen nach innen verläuft — etwa 500 Meter lang auf einer LP.

Die Rille

Die Wände der Rille sind nicht glatt, sondern wellenförmig moduliert. Diese Wellen entsprechen den Schwingungen des ursprünglichen Schallsignals. Bei einer Stereo-Platte trägt die innere Wand den linken Kanal und die äußere den rechten.

Die Nadel

Die Abtastnadel (meist ein geschliffener Diamant) fährt durch die Rille und wird von den Wellen hin und her bewegt. Diese mechanische Bewegung wird im Tonabnehmer in ein elektrisches Signal umgewandelt — bei einem Moving-Coil-System durch eine Spule im Magnetfeld, bei Moving-Magnet durch einen schwingenden Magneten.

Warum Vinyl?

PVC (Polyvinylchlorid) hat sich als Material durchgesetzt, weil es weich genug ist, um feine Details der Pressung aufzunehmen, aber hart genug, um tausende Abspielungen zu überstehen. Die Bezeichnung “Vinyl” für Schallplatten kommt direkt vom Material.

Die RIAA-Kurve

Bei der Aufnahme werden tiefe Frequenzen abgesenkt und hohe angehoben — sonst wären die Rillen für Bässe so breit, dass nur wenige Minuten auf eine Platte passen würden. Der Verstärker kehrt diese Verzerrung beim Abspielen wieder um. Dieser Standard heißt RIAA-Kurve, nach der Recording Industry Association of America, die ihn 1954 festlegte.